Beckenbodentraining im Sitzen: Was ein Beckenbodenstuhl kann und für wen er passt
Beckenbodentraining hilft, aber kaum jemand bleibt dran: Die richtigen Muskeln sind schwer zu spüren, und die Übungen geraten im Alltag schnell in Vergessenheit. Ein Beckenbodenstuhl nimmt Ihnen einen Teil der Arbeit ab. Sie sitzen angezogen, die Muskeln trainieren. Was dahintersteckt und was Sie realistisch erwarten können.
- Ein Beckenbodenstuhl regt die Muskeln über ein Magnetfeld an. Sie bleiben angezogen und müssen nichts tun.
- Er passt für Frauen und Männer, die ihren Beckenboden stärken wollen, und ergänzt klassische Übungen und Physiotherapie.
- In der Apotheke Mitterau kostet eine Behandlung 38 €, die erste ist gratis.
Wozu wir einen starken Beckenboden brauchen
Der Beckenboden ist eine Schicht aus Muskeln und Bindegewebe, die das Becken nach unten abschließt. Er trägt Blase, Darm und bei Frauen die Gebärmutter, hilft beim Zurückhalten von Harn und Stuhl und stabilisiert gemeinsam mit den Bauch- und Rückenmuskeln die Wirbelsäule.
Schwangerschaft und Geburt, die Wechseljahre, Übergewicht, schweres Heben, chronischer Husten und das Älterwerden können ihn schwächen. Ein erstes Zeichen sind oft ein paar Tropfen Harn beim Husten, Niesen, Lachen oder Laufen.
Wie das Training im Sitzen funktioniert
Im Sitz des Stuhls erzeugt eine Spule ein pulsierendes Magnetfeld. Es wirkt durch die Kleidung hindurch auf die Nerven, die den Beckenboden steuern. Die Muskeln spannen sich dabei immer wieder an und entspannen sich, ohne dass Sie bewusst mitarbeiten müssen. Beim PelvicChair DUO, den wir in der Apotheke Mitterau verwenden, kommt eine zweite Spule in der Rückenlehne dazu, die die Rückenmuskulatur mittrainiert.
Sie spüren ein rhythmisches Klopfen und Anspannen. Die Stärke wird so eingestellt, dass es deutlich, aber angenehm ist.
Übungen, Physiotherapie oder Stuhl?
| Übungen zuhause | Physiotherapie | Beckenbodenstuhl | |
|---|---|---|---|
| Was Sie tun | selbst anspannen, täglich | gezieltes Training mit Anleitung | sitzen, die Muskeln arbeiten |
| Ausziehen | nein | teilweise | nein |
| Kosten | gratis | mit Verordnung oft Kassenzuschuss | Privatleistung, bei uns 38 € pro Termin |
| Gut, wenn | Sie die Muskeln gut spüren | Sie Beschwerden haben | Sie die Muskeln schwer spüren oder wenig Zeit haben |
Die Wege schließen sich nicht aus. Am meisten bringt es, wenn Sie den Stuhl mit Übungen im Alltag kombinieren und Beschwerden ärztlich abklären lassen.
Für wen der Beckenbodenstuhl passt und für wen nicht
Gut geeignet ist das Training für Frauen nach Schwangerschaft und Geburt (nach Freigabe durch Ärztin oder Hebamme), Frauen in und nach den Wechseljahren, Männer etwa nach einer Prostata-Operation (in Absprache mit dem Urologen) und alle, die ihren Beckenboden und unteren Rücken stärken wollen.
Nicht geeignet ist es bei Herzschrittmachern oder anderen elektronischen Implantaten, bei Metall im Becken- oder Lendenbereich wie Implantaten oder einer Kupferspirale, in der Schwangerschaft, bei akuten Entzündungen, Fieber, frischen Operationen im Beckenbereich und bei Tumorerkrankungen. Vor der ersten Behandlung fragen wir das mit Ihnen ab.
Beckenbodenstuhl, Kugeln, Geräte für zuhause
Neben dem Stuhl gibt es Hilfsmittel für zuhause. Beckenbodenkugeln oder Vaginalkonen sind kleine Gewichte, die Frauen in der Scheide halten, der Beckenboden arbeitet dabei mit. Biofeedback-Geräte zeigen am Bildschirm oder am Handy, ob Sie die richtigen Muskeln anspannen, und werden oft in der Physiotherapie eingesetzt. Elektrostimulation mit einer Sonde regt die Muskeln über schwachen Strom an.
Diese Geräte brauchen mehr Anleitung als der Stuhl, und nicht jedes passt zu jeder Beschwerde. Lassen Sie sich vor dem Kauf beraten, etwa von Ihrer Frauenärztin, Ihrem Urologen oder einer Physiotherapeutin. Der große Unterschied beim Stuhl: Sie bleiben angezogen, nichts wird eingeführt.
Wie oft und wie lange?
Eine Behandlung dauert bei uns rund 28 Minuten. Sinnvoll ist meist eine Serie, zum Beispiel zwei Termine pro Woche über einige Wochen. Wie viele es bei Ihnen sind, besprechen wir beim ersten, kostenlosen Termin. Wer danach weitermachen möchte, kommt in größeren Abständen. Ab Dezember gibt es dafür den 10er-Block um 350 €, das sind 35 € pro Behandlung.
Drei Übungen für zwischendurch
- Finden: Stellen Sie sich vor, Sie wollen einen Wind zurückhalten und gleichzeitig den Harnstrahl stoppen. Das Ziehen nach innen und oben ist Ihr Beckenboden. Nicht beim echten Wasserlassen üben.
- Halten: Spannen Sie den Beckenboden 5 Sekunden an, atmen Sie dabei weiter, dann 10 Sekunden locker lassen. 10 Mal, dreimal am Tag.
- Im Alltag: Spannen Sie kurz an, bevor Sie husten, niesen oder etwas Schweres heben.
Häufige Fragen
Hilft Beckenbodentraining im Sitzen wirklich?
Studien zur Magnetstimulation zeigen vor allem bei Belastungsinkontinenz Verbesserungen. Die Forschung ist aber noch nicht so umfangreich wie beim klassischen Beckenbodentraining. Am besten wirkt die Kombination aus Stuhl, Übungen im Alltag und, wenn nötig, Physiotherapie.
Was kostet ein Beckenbodenstuhl?
Zum Kaufen sind solche Geräte für zuhause meist zu teuer. In der Apotheke Mitterau kostet eine Behandlung 38 €, die erste ist gratis.
Zahlt die Krankenkasse das Training im Sitzen?
In der Regel nicht, es ist eine Privatleistung. Beckenboden-Physiotherapie mit ärztlicher Verordnung wird dagegen oft von der Kasse unterstützt.
Ab wann nach der Geburt darf ich?
Fragen Sie Ihre Frauenärztin oder Hebamme. Meist ist das Training nach dem Wochenbett möglich, nach einem Kaiserschnitt oder Geburtsverletzungen oft später.
Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Bei Fragen sprechen Sie uns an der Tara an.