FSME-Impfung in Krems und der Wachau: Kosten, Auffrischung, Nebenwirkungen
Weinberge, Donauauen, Wälder: Rund um Krems sind Zecken von Frühling bis in den Herbst unterwegs, in milden Wintern sogar länger. Die FSME-Impfung ist der wirksamste Schutz gegen die durch Zecken übertragene Gehirnhautentzündung. Hier steht, was Sie zu Auffrischung, Kosten, Nebenwirkungen und den neuen Impfungen in der Apotheke wissen sollten.
- Nach der Grundimmunisierung frischen Sie das erste Mal nach 3 Jahren auf, danach alle 5 Jahre, ab 60 alle 3 Jahre.
- Auffrischung vergessen? Meist reicht eine einzige Impfung, Sie müssen nicht von vorne beginnen.
- Ab 2027 sollen Apotheken unter anderem gegen FSME impfen dürfen, der Gesetzesentwurf ist seit November 2026 in Begutachtung.
Warum FSME rund um Krems ein Thema ist
FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) ist eine Virusinfektion, die Zecken übertragen. Sie kann eine Entzündung von Gehirnhaut und Gehirn auslösen, mit teils bleibenden Folgen. Ganz Österreich gilt als FSME-Gebiet, und wer in der Wachau wandert, im Weingarten arbeitet oder den Garten pflegt, kommt leicht mit Zecken in Kontakt.
Gegen FSME selbst gibt es kein Medikament, nur die Impfung schützt. Gegen Borreliose, die zweite häufige Zeckenkrankheit, schützt die FSME-Impfung nicht.
Das Impfschema: wann welche Impfung
Laut Impfplan Österreich besteht die Grundimmunisierung aus drei Teilimpfungen. Danach gilt:
| Impfung | Zeitpunkt |
|---|---|
| 1. und 2. Teilimpfung | im Abstand von 1 bis 3 Monaten |
| 3. Teilimpfung | 5 bis 12 Monate nach der zweiten, je nach Impfstoff |
| 1. Auffrischung | 3 Jahre nach der Grundimmunisierung |
| Weitere Auffrischungen | alle 5 Jahre, ab dem 60. Geburtstag alle 3 Jahre |
Wer schnell Schutz braucht, etwa vor einem Urlaub, kann ein Schnellschema bekommen. Das bespricht Ihre Ärztin mit Ihnen.
Auffrischung vergessen: Was jetzt?
Das passiert vielen und ist meist kein Problem. Haben Sie die Grundimmunisierung abgeschlossen, reicht laut Impfplan Österreich in der Regel eine einzige Impfung, um den Schutz wieder aufzufrischen, auch wenn der Termin schon länger zurückliegt. Von vorne beginnen müssen Sie nicht.
Bringen Sie Ihren Impfpass zu uns in die Apotheke, wir schauen gemeinsam nach, was Sie brauchen.
Was die FSME-Impfung kostet
Jedes Jahr gibt es eine FSME-Impfaktion mit günstigeren Preisen für den Impfstoff. 2026 lief sie vom 1. Februar bis 31. August. In dieser Zeit kostete der Impfstoff in der Apotheke 48,65 € für Erwachsene und 42,95 € für Kinder bis zum 16. Geburtstag.
Dazu kommt das Honorar für die Impfung selbst, das Ihre Ärztin verrechnet. Die Preise für 2027 stehen noch nicht fest, wir aktualisieren sie hier, sobald sie bekannt sind.
Was zahlt die ÖGK?
Die Krankenkassen geben einen Zuschuss zum Impfstoff, den die Apotheke beim Kauf gleich vom Preis abzieht. Sie müssen dafür nichts einreichen. Wie viel es ist, hängt von Ihrer Versicherung ab: 2023 waren es zum Beispiel 4,50 € bei der ÖGK, 17 € bei der BVAEB und 16 € bei der SVS. Den aktuellen Betrag für Ihre Kasse sagen wir Ihnen an der Tara.
Impfstoff in der Apotheke kaufen
Meist holen Sie den Impfstoff bei uns und bringen ihn zum Impftermin in die Ordination mit. Fragen Sie vorher kurz, ob Ihre Ärztin ihn selbst lagernd hat. Der Impfstoff gehört in den Kühlschrank, nicht ins Tiefkühlfach, und sollte nicht lange im warmen Auto liegen.
Nebenwirkungen: was normal ist und wann Sie zur Ärztin sollten
Die FSME-Impfung wird in Österreich seit 1976 eingesetzt und ist gut verträglich. Wie bei jeder Impfung kann der Körper aber kurz reagieren. Laut Informationsblatt der Gesundheitsbehörden sind das vor allem:
- Sehr häufig: Schmerzen an der Einstichstelle
- Häufig: Rötung, Schwellung oder Verhärtung an der Einstichstelle, Kopf- und Muskelschmerzen, Müdigkeit, Unwohlsein, Übelkeit
- Bei Kindern kommt vor allem nach der ersten Impfung Fieber vor, das meist nach 24 Stunden wieder zurückgeht. Jüngere Kinder schlafen manchmal unruhiger.
- Selten: Schwindel, Kribbeln oder juckende Hautausschläge
Ein kühler Umschlag hilft bei einem schmerzenden Arm. Gegen Fieber oder Schmerzen beraten wir Sie gern, auch für Kinder.
Neu ab 2027: Impfen in der Apotheke
Am 4. November 2026 hat die Bundesregierung einen Gesetzesentwurf auf den Weg gebracht, der Impfungen in Apotheken erlaubt. Der Start ist für Anfang 2027 geplant. Vorgesehen sind laut Österreichischer Apothekerkammer Impfungen gegen FSME, Hepatitis B, Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten und Kinderlähmung, für Menschen ab 14 Jahren. Impfen dürfen nur Apothekerinnen und Apotheker mit eigener Impfausbildung.
Die Ärztekammer sieht das kritisch, die Apothekerkammer möchte zusätzlich die Grippeimpfung erlauben. Was genau kommt, entscheidet sich erst nach der Begutachtung. Stand dieses Artikels: 6. November 2026. Sobald in der Apotheke Mitterau geimpft werden kann, lesen Sie es hier und können den Termin direkt online buchen.
Zecke entdeckt: So entfernen Sie sie richtig
- Die Zecke so rasch wie möglich entfernen.
- Mit einer feinen Pinzette oder Zeckenkarte möglichst nah an der Haut fassen und langsam, gerade herausziehen. Nicht quetschen, kein Öl und keinen Klebstoff verwenden.
- Die Stelle desinfizieren und das Datum notieren.
- Die Stelle einige Wochen beobachten. Wird sie zu einem größeren roten Ring, der wandert, oder bekommen Sie grippeartige Beschwerden, gehen Sie zur Ärztin.
Zeckenzangen, Zeckenkarten und Mittel zum Abwehren bekommen Sie bei uns, mit Beratung, was für Sie und Ihre Kinder passt.
Häufige Fragen
Wie lange hält die FSME-Impfung?
Nach der ersten Auffrischung, drei Jahre nach der Grundimmunisierung, hält der Schutz bis zum 60. Geburtstag jeweils 5 Jahre, danach 3 Jahre.
Was mache ich, wenn ich die Auffrischung vergessen habe?
Nach abgeschlossener Grundimmunisierung reicht in der Regel eine einzige Impfung. Bringen Sie Ihren Impfpass mit, wir schauen gemeinsam nach.
Kann ich mich in der Apotheke impfen lassen?
Geplant ist das ab Anfang 2027, unter anderem gegen FSME, für Menschen ab 14 Jahren. Bis dahin impft Ihre Ärztin, den Impfstoff bekommen Sie bei uns.
Welche Nebenwirkungen hat die FSME-Impfung?
Am häufigsten sind Schmerzen, Rötung oder Schwellung an der Einstichstelle, dazu manchmal Kopf- und Muskelschmerzen oder Müdigkeit. Kinder bekommen nach der ersten Impfung gelegentlich Fieber, das meist nach einem Tag vergeht.
Zahlt die ÖGK die FSME-Impfung?
Nicht ganz. Die ÖGK und andere Kassen geben einen Zuschuss zum Impfstoff, den wir beim Kauf direkt abziehen. Die Höhe hängt von Ihrer Versicherung ab.
Schützt die FSME-Impfung auch vor Borreliose?
Nein. Gegen Borreliose gibt es keine Impfung. Deshalb ist es wichtig, Zecken rasch zu entfernen und die Stichstelle zu beobachten.
Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Bei Fragen sprechen Sie uns an der Tara an.
Quellen
- Impfplan Österreich 2025/2026, Sozialministerium
- Österreichische Apothekerkammer, Presseaussendung vom 4. November 2026
- Heute: Impfen wird ab 2027 auch in Apotheken erlaubt
- FSME-Impfaktion 2026, Preise (Apotheke Mauthausen)
- Ärztekammer Wien: Kassenzuschüsse zur FSME-Impfung 2023
- Informationsblatt FSME-Impfung für Kinder, Land Steiermark
- AGES: FSME